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Brückenschlag

Sanierung der alten Rheinbrücke abgeschlossen

Die Rheinbrücke zwischen Vaduz und Sevelen, die einzige noch bestehende ihrer Art am Alpenrhein, war früher Hauptverbindung zwischen Vaduz und der angrenzenden Schweiz. Sie gilt auch als Symbol der Freundschaft zwischen den beiden Gemeinden und beiden Ländern.

 

Die erste Brücke von 1870/71 wurde von Ing. Rheinberger aus Vaduz geplant, ihre Nachfolgerin wurde um 1900/01 von einem Herr Krättli aus Azmoos konzipiert. Im Laufe der Jahrzehnte wurden sowohl die alte wie auch die neue Brücke mehrmals gehoben und saniert. Seit 1973 hat die alte hölzerne Rheinbrücke als Auto-Verbindung ausgedient, nachdem die neue Betonbrücke südlich davon erstellt worden war.

Besitzverhältnisse

Das Brückenbauwerk ist von altersher im Besitz der Gemeinden Vaduz und Sevelen. Da sich Vaduz früher einen grösseren Vorteil, wie beispielsweise den direkten Zugang zum Eisenbahnnetz oder Absatzmärkten, versprach, war die Gemeinde bereit, zwei Drittel der Brücke zu übernehmen. Sevelen ist Miteigentümerin eines Drittels der gesamten Brücke, welche durch die Landesgrenzen in etwa halbiert wird. Der Grund, auf welchem die Brücke steht, hat jedoch beidseitig andere Besitzer. In Liechtenstein ist der Staat Eigentümer, auf der Schweizer Seite ist es die Rheinunternehmung der Gewässer- und Landeigentümer.

Laufende Sanierungsarbeiten

Die Chronologie zeigt, dass die alte Holzbrücke mehrmals Schaden erlitt durch Brände, Witterungseinflüsse oder Hochwasser. So musste um 1930 das Dach erneuert werden, Mitte der Fünfzigerjahre wurden zur Verbesserung der Verkehrslastverteilung zwei Stahlträger eingebaut und in den Siebzigerjahren wurde das Fundament umfassend gesichert. Nachdem es auf der Brücke 1984 und 1994 gebrannt hatte, wurde 1994 eine Sprinkleranlage installiert. 1981 wurde die Rheinbrücke durch eine gemeinsame Erklärung des Kantons St. Gallen und der Gemeinde Vaduz unter Denkmalschutz gestellt.

Umfassende Sanierung 2010

Seit Mitte der Achtzigerjahre befasst sich das Ingenieurbüro Vogt aus Vaduz mit verschiedenen Erneuerungsarbeiten. Im Jahre 2010 wurde die Rheinbrücke unter der Federführung des Nachfolgebüros „tragweite AG vogt ingenieure“ umfassend saniert. Als Hauptverantwortliche Projektleiter haben sie sämtliche Sanierungsmassnahmen geplant und bei der Umsetzung die Bauleitung übernommen. Dem Projektleiter Arnold Keller war es ein Anliegen, die hohen denkmalpflegerischen Anliegen maximal umzusetzen. Der Geschäftsführer der tragweite AG vogt ingenieure Hansjörg Vogt bedankt sich bei allen Beteiligten, bei den Behörden, den Unternehmern und den weiteren Planern für die sehr konstruktive Zusammenarbeit.

Neue Pfeiler

Besondere Herausforderung an die Bauarbeiten stellte das Arbeitsplanum dar, da es sich im sensiblen Flussbett des Rheins befand. Jeglicher Verschmutzung durch Öle, Chemikalien, Zementbojake war zuvorzukommen, um eine Gefährdung des Grundwasserschutzgebietes Werdenberg und des Rheinwassers selbst zu minimieren. Gewässergefährdende Materialien durften nicht im Flussbett gelagert werden, Maschinen und Geräte mussten während den Arbeitsunterbrüchen auf dem Wuhrweg deponiert werden. Das Pumpwasser aus den einzelnen Baugruben um die Pfeiler waren zwingend während der Betonierarbeiten über eine Neutralisierungsanlage zu leiten. Die Betonbohrpfähle, die tief ins Grundwasser reichten, wurden mit einem „Strumpf“ versehen, um ein Abfliessen der Zementbojake zu unterbinden. Stetige Gefahr war ein eventuelles Winterhochwasser, ausgelöst durch eine Wärmeperiode. Die Wasserstände des Oberrheins wurden in Domat/Ems laufend elektronisch überwacht und mit einem zweistufigen Alarm versehen. Besonders während des Ausbaus der alten Pfeiler musste die Grosswetterlage vorausschauend beobachtet werden. Es galt zu verhindern, dass das bei einem Hochwasser mitgeführte Schwemmholz die provisorische Abspriessung der Brücke mit sich riss. Nach Erstellung der drei Pfeiler auf der Westseite wurde das Flussbett umgeleitet, um die restlichen zwei Pfeiler erstellen zu können. Die bestehende ca. 4m tiefe Niedrigwasserrinne musste mit erheblichem Materialaufwand zugeschüttet werden und der Wasserlauf auf die Westseite gezwungen werden. Erhebliche Schwierigkeiten bereitete das Einbringen der Spundwände für die Baugrubensicherung. Rund um die bestehenden Pfeiler wurden zum Schutz vor Unterkolkung über Jahrzehnte Vorgrundsteine eingebaut. Die Steinschicht um die Pfeiler war bis 4m stark und somit für Stahlbohlen ein unüberwindliches Hindernis. In einem Kraftakt wurden mit einem Bagger die durch Sand und Sedimente verfestigten Steine ausgebaut. Im Hinblick auf den für die Bauarbeiten im Flussbett gesetzten ultimativen Endtermin vom 30. April 2010, befand sich der Baufortschritt in einer kritischen Situation. Begünstigt durch den niederschlagsarmen Winter und dank dem enormen Einsatz der Arbeiter, die Wind und Wetter trotzten, konnten die Arbeiten am Unterbau der Brücke termingerecht und unfallfrei fertig gestellt werden.

Brückenoberbau

Mitte April 2010 wurde die Fassade auf der Westseite der Brücke entfernt und somit der Blick auf die Tragkonstruktion frei gegeben. Getreu dem Grundsatz „So viel wie nötig, so wenig wie möglich“ wurden mechanische Beschädigungen oder verfaulte Tragglieder ersetzt. Anschliessend wurde die Fassade neu erstellt und das ursprüngliche Lärchenschindeldach wieder aufgebaut.

Gute Zusammenarbeit

Anton Frommelt von der mit den Holzarbeiten beauftragten Frommelt Zimmerei und Ing. Holzbau AG erklärt, das Projekt stehe gut da, da allen etwas daran liege, die historische Brücke zu erhalten: „Die Zusammenarbeit mit allen Beteiligten hat gut funktioniert. Und durch den kontroversen Gedankenaustausch, der dann und wann stattgefunden hat, hat das Projekt zusätzlich gewonnen.“ An dieser Stelle gelte es auch den Mitarbeitern ein Kränzchen zu winden, welche unter Zeitdruck Kälte und Nässe trotzten. „Der Auftrag stellte grosse Anforderungen an das traditionelle Handwerk. Dank moderner Technologie, konnten althergebrachte Fertigungstechniken kostengerecht umgesetzt werden. Letztlich ist jeder Handwerker auf das Bauwerk stolz.“ Schade findet Anton Frommelt, dass die Verkleidung nicht in allerletzter Konsequenz nach der alten Vorlage angebracht wurde, dies hätte einen natürliche Belichtung ermöglicht und der Brücke die alten Proportionen wiedergegeben.

CHRONOLOGIE

Behelfsmässige Fähren & Furten, sowie kleine temporäre Brücken über Untiefen ermöglichten seit altersher die nicht unproblematische Verbindung der beiden Talflanken.

1870/1871 Bau der ersten Brücke. Kosten: 11'000 Gulden (rund CHF 28’000–)

1874 Erste Hebung der Brücke wegen der Errichtung von Hochwuhren

1886 Erneute Hebung um 1.50 m

1900/1901 Die neue, stärkere Brücke wird auf den Pfeilern der alten erbaut. Kosten: 35'000.- Verlängerte Randfelder, Nutzlast: 3.5 Tonnen, Schirmausbildung, Dacheindeckung mit Schindeln

1927 Hochwasser mit Dammbruch in Schaan

1930 (ca.) Reparatur und Hebung der durch das Hochwasser 1927 beschädigten Brücke. Neue Nutzlast: 6 Tonnen, neue Schirmausbildung, neues Eternitdach

1939/1945 Im 2. Weltkrieg ist die Brücke als Sprengobjekt ins Verteidigungsdispositiv der Schweizer Armee integriert. Die Brücke war bis 2009 von militärischem Interesse und noch nicht deklassifiziert.

1950 (ca.) Umfangreiche Reparaturarbeiten und Verstärkungen

1967/1970 Infolge Sohlenabsenkung des Rheines notwendige Verstärkung der Joche

1972/1973 Bau der neuen Spannbetonbrücke 230 m rheinaufwärts

1974 Überprüfung des Zustandes mit Vermessung der Brückengeometrie: Sützen-Senkung und –Verschiebung sowie Schiefstellung

1974/1975 Gründliche Renovation der letzten liechtensteinischen Holzbrücke: Diverse Holzteile, Belag, Verstärkung der Stahljoche

1977/82/83 Blockwurf für Sohlensicherung im Pfeilerbereich gegen Kolk

1981 Gemeinsame Erklärung des Kantons St. Gallen und der Gemeinde Vaduz, die Holzbrücke unter Denkmalschutz zu stellen und zu erhalten

1984 Brand auf der Brücke

1987 Hochwasser am 19.Juli, einem Hundertjährigen (HQ100) entsprechend

1988/1989 Instandsetzung Oberbau: lokal und ganzer Fahrbahnbelag in Eiche

1994 Am 6. Januar lokaler Brand bei Föhnsturm. Brandschutz mittels Einbau einer Sprinkleranlage mit nötiger Infrastruktur

1998 Versuch, den Unterhalt der Brücke gemäss Sia-Normen zu regeln

2002 Bauprojekt zur Erneuerung des Oberbaues für CHF 450'000.-: Massnahmen zur Substanzerhaltung, keine akuten Sicherheitsprobleme

2005 Weil die Unterhaltsarbeiten in immer kürzeren Abständen auftreten, regt die liechtensteinische Denkmalpflege eine Unterhaltsplanung für das ganze Brückenbauwerk (inkl. Unterbau) an.

2006 Die Dossiers „INVENTAR & ZUSTAND“ mit Massnahmen-Katalog werden im November den liechtensteinischen und St. Galler Behörden vorgestellt

2008 Bauprojekt mit voraussichtlichen Kosten (KV08)

2009 Ausführungsprojekt mit Kostenvoranschlag (KV09), Baubeschluss und Baubeginn im November 2009

2010 Instandstellungsarbeiten